Was du über Borreliose und die Bedeutung der IgG- und IgM-Antikörperwerte wissen sollst

Was bedeuten IgM und IgG? 

Die Borreliose, auch Lyme-Borreliose genannt, ist eine durch Zecken übertragene Krankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht wird.

Sie kann eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen, von Hautausschlägen über Gelenkschmerzen bis hin zu Müdigkeit.

Wenn du den Verdacht hast, an Borreliose zu leiden, kann ein Bluttest Aufschluss darüber geben, ob du mit dem Borrelia-Erreger in Kontakt gekommen bist. Dabei werden vor allem die Antikörper IgG und IgM getestet.
 

Was sind IgG und IgM?

IgG und  IgM  sind sogenannte Antikörper, die dein Immunsystem produziert, um Krankheiten zu bekämpfen.

Wenn dein Körper mit einem Erreger wie dem Borrelia-Bakterium  in Kontakt kommt, beginnt er, spezifische Antikörper zu bilden, die den Erreger bekämpfen. Jeder dieser Antikörper hat jedoch eine andere Bedeutung.
 

IgM-Antikörper 

entstehen relativ schnell, innerhalb von 1-3 Wochen nach der Infektion. Sie sind ein Zeichen für eine  frische oder akute Infektion .

IgG-Antikörper

hingegen entwickeln sich später, oft  ab der 3. bis 4. Woche und bleiben länger im Körper. Sie sind ein Zeichen dafür, dass dein Immunsystem  auf den Erreger reagiert hat, was auf eine abgeklungene oder chronische  Infektion hinweisen kann.
 

Was sagen die Werte der Antikörper aus?

Die Laboruntersuchung misst die Menge der IgG- und IgM-Antikörper in deinem Blut.

Anhand dieser Werte kann der Arzt erkennen, ob du an Borreliose erkrankt bist, wie lange du schon infiziert bist und ob die Infektion noch aktiv ist.
 

1. IgM-Antikörper (Frühphase der Infektion)

IgM-Antikörper werden in den ersten Wochen nach der Infektion gebildet. Ihre Werte helfen dabei, eine  frische Infektion  zu erkennen.

  • Positiv: Wenn der IgM-Wert über 1,1 liegt, deutet das darauf hin, dass du möglicherweise vor Kurzem mit Borrelia infiziert wurdest. Dein Körper produziert gerade IgM-Antikörper als Antwort auf die Infektion.
  • Grenzwertig: Ein Wert zwischen 0,9 und 1,1 gilt als grenzwertig. Das bedeutet, dass der Test nicht eindeutig positiv oder negativ ist. In diesem Fall könnte der Arzt einen Western Blot durchführen, um die Diagnose zu bestätigen.
  • Negativ: Ein Wert von unter 0,9 gilt als negativ, was bedeutet, dass keine akute Infektion nachgewiesen wurde.
     
2. IgG-Antikörper (Späteres oder chronisches Stadium der Infektion)

IgG-Antikörper treten später auf und bleiben oft noch lange im Blut. Sie sind ein Zeichen dafür, dass dein Körper auf die Borrelia-Bakterien reagiert hat, was auf eine frühere oder chronische Infektion hinweist.

  • Positiv : Ein IgG-Wert von  über 1,1  bedeutet, dass du entweder chronisch infiziert  bist oder in der Vergangenheit eine  Infektion mit Borrelia hattest. In diesem Fall sind die Antikörper seit längerer Zeit in deinem Blut nachweisbar.
  • Grenzwertig: Ein Wert zwischen 0,9 und 1,1 ist ebenfalls grenzwertig. Auch hier kann ein  Western Blot -Test erforderlich sein, um mehr Klarheit zu schaffen.
  •  Negativ : Ein Wert unter  0,9  gilt als negativ und deutet darauf hin, dass du nicht mit Borrelia infiziert bist.
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Was passiert bei grenzwertigen oder positiven Ergebnissen?

Ein positives Testergebnis für IgM oder IgG ist noch nicht das endgültige Zeichen für Borreliose.

In vielen Fällen wird der Arzt zusätzliche Tests wie den Western Blot anordnen, um die Ergebnisse zu bestätigen und genauere Informationen zu erhalten.

Der Western Blot ist ein Bestätigungstest , der spezifische Proteine des Borrelia-Bakteriums nachweist.

Während der IgM- und IgG-Test nur die Menge der Antikörper misst, zeigt der Western Blot, welche speziellen Antikörper gegen bestimmte Borrelia-Proteine dein Körper gebildet hat. 
 

Beim Western Blot sind bestimmte Banden entscheidend:

IgM Western Blot: Wenn mindestens 2 Banden (zum Beispiel bei 23 kDa und 41 kDa) positiv sind, kann das auf eine aktive Infektion hinweisen.
IgG Western Blot: Wenn mindestens 5 Banden (z.B. 18 kDa, 28 kDa, 41 kDa, 58 kDa, 66 kDa) nachgewiesen werden, spricht dies für eine chronische oder langandauernde Infektion .
Der Western Blot hilft, falsch-positive Ergebnisse auszuschließen und genau zu bestimmen, ob tatsächlich eine Borreliose vorliegt.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Testergebnisse nicht immer eindeutig sind.

Es gibt Fälle, in denen die Ergebnisse falsch positiv ausfallen können, etwa bei Kreuzreaktionen mit anderen Infektionen oder Krankheiten. Das bedeutet, dass auch andere Bakterien oder Viruserkrankungen zu einem positiven Borreliose-Test führen können.
Deshalb ist es entscheidend, die Ergebnisse nicht isoliert zu betrachten, sondern immer mit den klinischen Symptomen und der Krankengeschichte des Patienten zu kombinieren.

Dein Arzt wird die Ergebnisse gründlich bewerten und falls nötig, weiterführende Tests oder vielleicht andere Maßnahmen durchführen, um festzustellen, ob tatsächlich Borreliose vorliegt.

 

Borreliose aus naturheilkundlicher Sicht erkennen

Bei der naturheilkundlichen Behandlung von Borreliose nutzen wir die Dunkelfeldmikroskopie, um im Blut nach den Borrelien (Spirochäten) zu sehen.

So können wir gezielt die richtigen Maßnahmen einleiten, um die Infektion zu bekämpfen und das Immunsystem zu stärken.


Mehr zur Dunkelfeldmikroskopie und ihrer Anwendung findest du hier